
Pendel-Marionetten
Kunst Bau + Spiel
M. Gmelin & D. Schmelz
Ratsgasse 15
D 74653 Hermuthausen
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"...Als faszinierter Zuschauer eines guten Marionettenspiels glaubt man leicht, daß der Spieler über große Fingerfertigkeiten verfügen muß. Hat man jedoch einmal die Möglichkeit, die Hände des Marionettenspielers zu beobachten, wird man feststellen, daß sie relativ sparsame, aber sehr gezielte Bewegungen ausführen.
Seine eigentliche Leistung hat der Marionettenspieler lange vor diesem Spiel vollbracht. Er hat sich nämlich gefragt: Wie bewege ich mich eigentlich? Was geht in meinem Körper vor, wenn ich mich hinsetze, wenn ich aufstehe, gehe, laufe, winke, schleiche, schaue, entdecke?
Sich selbst beobachtend, ist er sich über viele seiner Bewegungsabläufe bewußt geworden und hat dabei viel über sich, seine Gelenke und seine Anatomie gelernt. So hat er sich mit der Zeit ein Wissen um die eigene Bewegung erarbeitet.
Je mehr er jedoch darauf achtete, desto mehr fiel ihm auf, wie verschieden sich die Menschen bewegen und welch feine Unterschiede es gibt: Eine dicke Person läuft ganz anders als eine dünne, eine cholerische unterscheidet slcn von elner sanguinischen, elne träumerische bewegt sich ganz anders als eine abenteuerlustige, ein Kind hüpft flink wie ein Ball, ein Erwachsener geht eher bedächtig.
So ist ihm bewußt geworden, daß er nicht unbedingt seine eigenen Bewegungsmuster auf die Marionette übertragen sollte, sondern sich in sie, in ihren Typus und Charakter einfühlen muß. Deshalb beschäftigt er sich mit der Persönlichkeit der zu spielenden Marionette und beginnt mit Zuschreibungen..."
