
Pendel-Marionetten
Kunst Bau + Spiel
M. Gmelin & D. Schmelz
Ratsgasse 15
D 74653 Hermuthausen
Tel. +49(0)7940 - 3694
Fax +49(0)7940 – 546216


"...Nachdem die formale Gestalt der Marionette ergründet wurde, wenden wir uns nun den technischen Aspekten zu. Hier stellt sich als erstes die Frage nach dem Schwerpunkt. Dieser befindet sich beim Menschen im Beckenbereich. Eine Marionette, die einen Menschen darstellt und sich menschlich bewegen soll, muß ihren Schwerpunkt dort haben, wo ihn der Mensch hat, denn jede Bewegung ist abhängig von ihrem Schwerpunkt.
In das Becken der Marionette setzen wir daher ein zentrales Gewicht: den Hauptschwerpunkt. Dessen Masse ist abhängig von den Materialien, aus denen Kopf, Körper und Glieder angefertigt werden. Ein schwerer Kopf, z. B. erfordert zwangsläufig ein entsprechend höheres Gewicht im Becken. Da unser Ziel aber eine möglichst leichte und bewegliche Figur ist, überlegen wir uns genau, aus welchen Materialien wir den Körper, den Kopf und die Glieder bauen.
Im Kopf und in den Gliedern befinden sich Nebenschwerpunkte. Zum Beispiel hat der menschliche Kopf seinen Schwerpunkt etwa in Höhe der Nasenwurzel. Setzt man den Schwerpunkt des Marionettenkopfes dorthin, bewegt sich dieser harmonisch und natürlich. Der anatomische Schwerpunkt einer Beinkette hingegen, befindet sich etwas oberhalb des Knies und ist die Voraussetzung für ein überzeugendes Gehen.
Wenn alle Schwerpunktfragen gelöst sind, wenden wir uns der Gelenktechnik zu. Gelingt es uns, die einzelnen Gelenke in ihren Wirkungsgraden so zu bauen, wie sie der Anatomie entsprechen, so kann sich die Figur gar nicht anders bewegen als auf eine natürliche Art und Weise. Deshalb überlegen uns beim Bau jedes einzelnen Gelenkes dessen Bewegungsfreiheiten und -begrenzungen.
Dabei kann ein Stück Schnur genauso wirkungsvoll sein, wie ein kompliziertes Kardangelenk; entscheidend ist einzig die Funktion...."